
Schienentherapie
bei CMD und Bruxismus
Die Schienentherapie bei CMD (Craniomandibuläre Dysfunktion) ist eine wissenschaftlich anerkannte Behandlungsmethode zur Entlastung des Kiefergelenks, der Kaumuskulatur und der Zähne. Eine individuell angefertigte Aufbissschiene wird in der Regel nachts getragen und hilft, Fehlbelastungen auszugleichen, Muskelspannungen zu reduzieren und die Zähne vor Abnutzung durch Zähneknirschen (Bruxismus) zu schützen.

Wie äußert sich CMD?
CMD kann sich durch Kieferknacken, Gesichtsschmerzen, Kopfschmerzen, Nackenverspannungen, eingeschränkte Mundöffnung oder Ohrgeräusche äußern. Da diese Symptome häufig außerhalb des Mundes auftreten, bleibt die Ursache oft lange unentdeckt. Die Schienentherapie bietet hier einen schonenden und reversiblen Behandlungsansatz.
Schiene gegen Knirschen
Zahlreiche klinische Studien zeigen, dass okklusale Schienen (Aufbissschienen) die Aktivität der Kaumuskulatur reduzieren, Schmerzen lindern und Funktionsstörungen des Kiefergelenks verbessern können. Die Wirkung beruht vor allem auf:
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Muskelentspannung und Entlastung des Kiefergelenks
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Schutz der Zahnsubstanz vor Abrieb
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Neuordnung der Bisskontakte
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Reduktion nächtlicher Press- und Knirschaktivität
Wichtig ist die individuelle Anpassung und regelmäßige Kontrolle, da nur eine präzise gefertigte Schiene ihre volle Wirkung entfalten kann.


Ablauf der Schienentherapie
Gegen Schmerzen bei Knirschen
01.
Funktionsanalyse und Diagnostik
Zu Beginn werden Kiefergelenk, Muskulatur und Zahnkontakte genau untersucht. Zur Bestimmung der exakten Bisslage kann ein Bissregistrat (Bissbogen) erstellt werden. Ein digitaler Intraoralscanner ermöglicht zusätzlich eine präzise, abdruckfreie Erfassung der Zähne – schnell, komfortabel und ohne Würgereiz. So entsteht ein detailliertes Bild Ihrer individuellen Kiefersituation als Grundlage für die Therapie.
02.
Individuelle Anfertigung der Schiene
Auf Basis dieser Daten wird im zahntechnischen Labor eine maßgeschneiderte, transparente Aufbissschiene gefertigt. Sie legt sich passgenau über die Zahnreihe und wirkt wie eine sanfte Schutzschicht zwischen Ober- und Unterkiefer. Dadurch werden Zähne vor Abrieb geschützt, Muskeln entspannt und die Kiefergelenke entlastet. Die Methode ist schonend, nicht-invasiv und jederzeit anpassbar.
03.
Eingliederung und Feinanpassung
Beim Einsetzen wird die Schiene präzise justiert, sodass sich die Bisskontakte gleichmäßig verteilen und keine Druckstellen entstehen. Viele Patienten spüren bereits nach kurzer Zeit eine Entlastung der Muskulatur. Je nach Befund kann die Therapie durch Physiotherapie, Entspannungsübungen oder Haltungsanalyse sinnvoll ergänzt werden, um den Behandlungserfolg zu stabilisieren.
04.
Regelmäßige Nachkontrollen
Regelmäßige Kontrollen stellen sicher, dass sich Beschwerden, Muskelspannung und Beweglichkeit nachhaltig verbessern. Da sich das Kausystem im Verlauf verändern kann, wird die Schiene bei Bedarf nachjustiert. Sollte die Schienentherapie allein nicht ausreichen, können weitere Optionen wie gezielte Muskelbehandlung mit Botulinumtoxin (Botox) oder interdisziplinäre Therapien erwogen werden, um eine langfristige Entlastung des Kiefers zu erreichen.